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...mit dem größten Tauschring Südbadens!
Abenteuerfahrt zum BretSEL-Adventsmarkt

Also – Rucksack schultern, auf zum Bahnhof, denn Bantzenheim ist eine der Stationen auf der Strecke nach Mulhouse.
Ich fragte eine Elsässerin in ihrem Vorgarten nach dem Weg, und es folgte eine komplizierte Beschreibung auf  Französisch; 3 Kilometer, geradeaus, links, rechts, links, rechts – als sie meinen Gesichtsausdruck sah, packte sie mich kurzerhand ins’ Auto und fuhr mich zum Bahnhof, einer gottverlassenen Gegend an der Peripherie des Ortsrandes. Da hätte ich nie hingefunden!
Also – ein hochmoderner Bahnhof, menschenleer, am Buszentralhalteplatz - alles leer. Nächster Zug nach Mulhouse: Besagter 17:00 Uhr-Zug ab Müllheim. Was tun? Zum Schluss bin ich vorgetrottet zu diesem einsamen Kreisel mit dem Autoverkehr nach Mulhouse. Direkt dort an der Ausfahrt befand sich auch jene Bushaltestelle, die mein weißer Bus wohl noch angefahren hat, bevor er nach Mulhouse abgehauen ist.
Weit und breit keine Kneipe zum Warten, kein Mensch. Nur Autos.
Was tut der Mensch nicht alles in seiner Verzweiflung? Neben mir war eine Buseinparkbucht, also – Daumen hoch (ganz zaghaft und verschämt; ich hab’ so was noch nie gemacht). Die erste Frau fuhr vorbei. Also noch mal ganz verzagt den Daumen hoch - und prompt verlangsamte ein Wagen mit einem jungen Paar und fuhr rechts ran. „Mulhouse“? „Oui, oui“.
Und dann durfte ich mitfahren. Es war so genial! Er kam aus Tunesien, sie war Algerierin, und ihren kleinen Jungen hatten sie auch noch dabei. Es war ein nettes, fröhliches Paar; er konnte nur französisch, sie auch nochein bisschen englisch, und so haben wir uns die Fahrt über durchgekauderwelscht. In Mulhouse mussten sie irgendwo ihr Bübchen abgeben, und dann haben sie mich doch tatsächlich nach Lutterbach bis vor die Haustür gefahren! Ich wollte ihnen noch Benzingeld geben „Non, non, c’est bien“! Die waren so lieb! Ich habe ihnen zum Abschied noch eine Kusshand zugeworfen.

Es war so gegen halb 4 Uhr, und ich kam genau richtig zu Kaffee und Kuchen - und natürlich Tausch! Durch meinen langen Marsch mit Rucksack und schwerer Tasche roch ich mittlerweile nach Schweiß unter
den Achseln. War mir etwas peinlich bei all den gutgekleideten, wohlriechenden Damen und Herren. „Ah Rita, bonjour!“- Bussi – Bussi – „bonjour”- Bussi – “Bonjour”! Was tut man nicht alles, um seine BretSEL-
Freunde mal wiederzusehen! Da trampt man eben auch und geht meilenweit! Mit dem Zug wäre ich erst um halb 7 Uhr dagewesen!
Nun, ich packte meine Tauschsachen aus - einen mit Leder beklebten Spiegel, Lichterketten, Postkarten und Weihnachtsbücher, und ich hab’ so gut Geschäft gemacht, dass ich selbst auch ordentlich zuschlagen konnte. Von den Bretslern komme ich immer schwerbeladen heim.
Ich habe mich komplett eingedeckt mit Weihnachtsgeschenken: Kräuter-Olivenöle, Gewürzsalz, bunte Tees, Salbentöpfchen, Essig, Weihnachtssirup. Am Abend gab es natürlich wieder ein Essen; erst der obligatorische Aperitif - Sekt und Cassislikör-, Salzgebäck, Laugenbretzeln und kleine Flammkuchenhäppchen. Danach der Hauptgang: Kalbfleisch in einer dezenten Currysauce, dazu bunter Gemüsereis, und als Nachtisch: Naturjoghurt mit Mandelcreme und Pfirsich. Wie Gott in Frankreich!
Ich hätte ja Schwierigkeiten gehabt, wieder heimzukommen: TGV, einfache Strecke über Basel, 33 Euro (nur mit Voranmeldung), wollte ich jetzt nicht unbedingt fahren. Aber zum Glück waren ja zwei Fuhren mit Müll-
heimern da. Das eine Ehepaar packte mich ins Auto und setzte mich recht zeitig für meinem 22:00 Uhr-Zug am Bahnhof in Müllheim ab. Und Anne Kreis von den Müllheimern meinte: Wenn Du mal wieder keine Mitfahrgelegenheit hast, dann rufst du erst uns an! Ist doch wahnsinnig nett – oder?
Man kann also auch die Müllheimer fragen, ob sie noch Platz haben:
Anne Kreis: 07631 – 4864 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Alles in allem – das war ein spannender Tag!

Wer kommt das nächste Mal mit?