Mehr erleben...
...mit dem größten Tauschring Südbadens!
Portrait Reinhard Biermann

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Die Tauschring-Idee begegnete mir zum ersten Mal im Markgräfler Land, als ich Anfang der 90er Jahre vorübergehend in Badenweiler wohnte und dort Mitglied wurde.

 

Hier lernte ich Rudi Eichenlaub im „Lebenshaus“ kennen, den ich viele Jahre später im Pflegeheim Haus Katharina Egg in Freiburg-Littenweiler wiedersah, wo wir beide ehrenamtlich in der Kranken- und Sterbebegleitung tätig sind.

 

Was ich an Tauschringen sehr schätze, ist die Möglichkeit, mit Menschen schnell in Kontakt zu kommen, mit oder ohne Tauschabsicht, mitsamt der vielen neuen Begegnungen und Anregungen, die damit einhergehen. Sehr gut gefällt mir auch die Idee regionaler Märkte in den Quartieren. Einen solchen würde ich gerne in Landwasser etablieren. Räume, Infrastruktur und heftiges Interesser der Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits vorhanden.

 

Ich bin kein Tauschring-Profi und auch kein Tauschring-Ideologe, kenne die Schriften von Silvio Gsell und finde vieles davon gut und richtig. Die „Umlaufsicherung“ aber, wie sie bei uns praktiziert wird, finde ich problematisch. Es soll den Mitgliedern selbst überlassen bleiben, ob sie für spätere Zeiten ansparen oder ihre Guthaben zeitnah verbrauchen wollen. Ich meine daher, wir sollten sie als das benennen, was sie tatsächlich ist: eine Verwaltungsgebühr, über deren Berechtigung und Höhe man sich streiten kann.

 

Eine echte Umlaufsicherung wäre nach meiner Ansicht, wenn die TR Mitglieder angehalten würden, im Quartal mindestens eine Transaktion zu tätigen, um damit einen Teil der Talente in Bewegung zu halten und so deren Umlauf zu sichern. Die Einnahmen für die Verwaltung müssten wir dann auf andere Weise generieren. Das ist eine der Baustellen, an denen ich gerne arbeiten möchte.

 

Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Stundensätze und Zahlungsmodalitäten. Ich finde, eine Stunde Heilpraktiker oder Computerfachmann sollte ebenso viel wert sein wie eine Stunde Fensterputzen oder Kinderhüten. Das war ja auch der ursprüngliche ideelle Ansatz der Bewegung. Inzwischen wird die Arbeit jedoch zu sehr unterschiedlichen Bedingungen angeboten und oft noch zusätzlich mit einer Gebühr in €uro für die „Unkosten“ belegt. Das führt dann zu der Situation, dass eine Leistung im Tauschring teurer sein kann als in freier Wildbahn. Wenn ich eine Massage oder Physiotherapie über den TR in Anspruch nehme, muss ich bis zu 30 Tt zahlen, dazu dann aber noch einmal den gleichen Betrag in € für Miete, Heizung, Steuer. Wenn ich dagegen eine Physiotherapiepraxis bei mir im Quartier aufsuche, bezahle ich dort für eine Behandlungs-Einheit nur einen vergleichbaren Betrag in €uro, aber ohne zusätzliche Talente. Kein Wunder daher, wenn die Anbieter im TR über ein geringes Interesse klagen. Ich wünsche mir, dass wir uns hier auf bessere Lösungen verständigen können!

 

In diesem Sinn auf eine gute Zusammenarbeit -

 

Reinhard Biermann

 

Eine Bewegung, die keine Fragen sondern nur noch Antworten hat, ist keine Bewegung mehr, denn sie ist zu einer Institution erstarrt.